Kreuzfahrt planen

Kreuzfahrt-Lexikon: Begriffe von Achtern bis Tender

Achtern, Backbord, Garantiekabine, Tenderhafen: die wichtigsten Begriffe an Bord und rund um die Buchung kurz und verständlich erklärt.

Auf einem Kreuzfahrtschiff begegnen Ihnen Begriffe aus der Seefahrt, aus der Reisebranche und aus dem englischsprachigen Bordalltag. Die wichtigsten zur Orientierung: Bug ist vorn, Heck oder achtern hinten, Backbord links und Steuerbord rechts in Fahrtrichtung. Dieses Lexikon erklärt die Begriffe, die Ihnen bei Buchung, an Bord und beim Landgang am häufigsten begegnen, alphabetisch und kurz.

Orientierung an Bord: die vier Richtungen

Begriff Bedeutung Englisch
Bug vorderes Ende des Schiffs bow, forward
Heck, achtern hinteres Ende des Schiffs stern, aft
Backbord links in Fahrtrichtung, Positionslicht rot port
Steuerbord rechts in Fahrtrichtung, Positionslicht grün starboard
mittschiffs in der Mitte des Schiffs, längs gesehen midship

Auf den Deckplänen und Wegweisern vieler Schiffe stehen die englischen Begriffe. Kabinennummern verraten oft die Lage: Bei vielen Reedereien liegen gerade Nummern auf der einen, ungerade auf der anderen Seite.

A bis D

Achterkabine: Kabine im hinteren Teil des Schiffs, oft mit Blick auf das Kielwasser. Achterkabinen können je nach Schiff etwas mehr Vibrationen der Antriebe spüren lassen.

All-inclusive: Tarif, bei dem neben Kabine und Hauptmahlzeiten auch Getränke und teils weitere Leistungen enthalten sind. Was genau dazugehört, regelt jede Reederei anders.

Anlegen: Das Schiff macht direkt an einem Kai fest, und die Gäste gehen über eine Gangway an Land. Das Gegenteil ist das Ankern auf Reede.

Ausschiffung: Verlassen des Schiffs am Ende der Reise, meist in festen Gruppen nach Uhrzeit. Englisch: disembarkation.

Außenkabine: Kabine mit Fenster oder Bullauge zur See, ohne Balkon.

Back-to-back: Zwei aufeinanderfolgende Kreuzfahrten auf demselben Schiff, ohne dazwischen von Bord zu gehen.

Balkonkabine: Außenkabine mit eigenem Balkon. Englisch: balcony oder veranda cabin.

Bordkarte: Ausweis an Bord, Kabinenschlüssel und Zahlungsmittel in einem. Sie wird beim Verlassen und Betreten des Schiffs gescannt. Bei manchen Reedereien ersetzt ein Armband oder Anhänger die Karte.

Bordkonto: Konto, auf das alle Ausgaben an Bord gebucht werden. Es wird mit Kreditkarte oder Bargeld ausgeglichen, meist am Ende der Reise.

Bordwährung: Die Währung, in der das Bordkonto geführt wird, unabhängig vom Fahrgebiet. Bei deutschsprachigen Reedereien meist Euro, bei amerikanischen oft US-Dollar.

Brücke: Kommandozentrale des Schiffs, von der aus navigiert wird. Auf manchen Schiffen gibt es Führungen.

Bruttoraumzahl (BRZ): Maß für die Größe eines Schiffs, berechnet aus dem umbauten Raum. Sie ist keine Gewichtsangabe. Englisch: gross tonnage.

Deck: Stockwerk des Schiffs. Die Decks sind meist nummeriert und oft zusätzlich benannt.

Deckplan: Grundriss aller Decks mit Kabinen, Restaurants und Treppenhäusern. Wichtig für die Wahl der Kabinenlage.

E bis K

Einschiffung: Betreten des Schiffs zu Reisebeginn mit Check-in, Sicherheitskontrolle und Ausgabe der Bordkarte. Englisch: embarkation.

Frühbucher: Rabatte oder Vorteile für Buchungen weit vor der Reise. Bedingungen und Fristen legt die Reederei fest.

Galaabend: Abend mit festlichem Dresscode, vor allem bei klassischen Reedereien. Mehr dazu im Ratgeber Dresscode an Bord.

Gangway: Steg oder Brücke zwischen Schiff und Kai.

Garantiekabine: Buchung einer Kabinenkategorie ohne feste Kabinennummer. Die Zuteilung erfolgt später, Lage und Deck sind nicht wählbar.

Hafengebühren: Abgaben, die Häfen für das Anlaufen erheben. Bei den meisten Reedereien sind sie im Reisepreis enthalten.

Heck: hinteres Ende des Schiffs.

Innenkabine: Kabine ohne Fenster im Inneren des Schiffs. Einige Schiffe haben virtuelle Fenster mit Bildschirm.

Kabinensteward: Mitarbeiterin oder Mitarbeiter, die oder der Ihre Kabine reinigt und aufräumt, auf vielen Schiffen zweimal täglich.

Kapitänsdinner: festliches Abendessen, oft mit Begrüßung durch den Kapitän. Häufig mit gehobenem Dresscode.

Kiel: tragender Längsträger am Boden des Schiffsrumpfs. Das Kielwasser ist die Spur, die das Schiff im Wasser hinterlässt.

Knoten: Geschwindigkeitseinheit in der Seefahrt, eine Seemeile pro Stunde, also etwa 1,85 Kilometer pro Stunde.

Kombüse: Schiffsküche.

L bis R

Landausflug: Ausflug im Hafen, den die Reederei organisiert oder den Sie selbst planen. Bei Reederei-Ausflügen wartet das Schiff, falls sich die Gruppe verspätet.

Landstrom: Stromversorgung des Schiffs über ein Kabel vom Land, damit die Motoren im Hafen abgeschaltet werden können. Hintergründe im Ratgeber Kreuzfahrt und Umwelt.

Liegezeit: Zeit, die das Schiff in einem Hafen verbringt, vom Anlegen bis zum Ablegen.

Lido-Deck: Deck mit Pool, Sonnenliegen und oft dem Buffetrestaurant.

Lotse: ortskundiger Nautiker, der das Schiff in schwierigen Revieren wie Hafeneinfahrten oder Fjorden berät. In vielen Gebieten ist ein Lotse vorgeschrieben.

Luv und Lee: Luv ist die dem Wind zugewandte Seite, Lee die abgewandte. An Deck ist es in Lee meist ruhiger.

Musterstation: Sammelplatz für den Notfall. Jede Kabine ist einer Musterstation zugeordnet, die Sie bei der Seenotrettungsübung kennenlernen.

Pier, Kai: Anlegestelle im Hafen, an der das Schiff festmacht.

Raumverhältnis: Bruttoraumzahl geteilt durch die Zahl der Gäste. Je höher der Wert, desto mehr Platz pro Person bietet das Schiff. Englisch: space ratio.

Reede: Ankerplatz vor einem Hafen oder einer Küste. Liegt das Schiff auf Reede, geht es mit Tenderbooten an Land.

Rezeption: zentrale Anlaufstelle an Bord für Fragen, Bordkonto und Fundsachen. Englisch oft: guest services oder purser’s desk.

S bis Z

Seemeile: Längenmaß in der Seefahrt, 1.852 Meter.

Seenotrettungsübung: Pflichtübung zu Beginn jeder Reise, bei der Sie Ihre Musterstation und das Verhalten im Notfall kennenlernen. Englisch: muster drill.

Seetag: Tag ohne Hafen, an dem das Schiff durchgehend fährt. An Seetagen ist das Bordprogramm besonders umfangreich.

Servicepauschale: tägliches Trinkgeld, das viele Reedereien automatisch auf das Bordkonto buchen. Höhe und Anpassungsmöglichkeiten unterscheiden sich je nach Reederei.

Stabilisatoren: ausfahrbare Flossen unter der Wasserlinie, die das Rollen des Schiffs bei Seegang verringern.

Steuerbord: rechts in Fahrtrichtung.

Tagesprogramm: Übersicht über Veranstaltungen, Öffnungszeiten, Dresscode und Hafeninformationen des Tages, gedruckt in der Kabine oder in der Bord-App.

Tender: Beiboot, das Gäste zwischen dem ankernden Schiff und dem Land befördert. Oft werden dafür Rettungsboote genutzt.

Tenderhafen: Hafen, in dem das Schiff nicht anlegt, sondern ankert. Der Landgang dauert dadurch länger und kann bei schlechtem Wetter ausfallen.

Überführungsfahrt: Reise, auf der ein Schiff von einem Fahrgebiet in ein anderes wechselt, etwa vom Mittelmeer in die Karibik. Oft mit vielen Seetagen. Englisch: repositioning cruise.

Verbindungskabine: zwei benachbarte Kabinen mit Verbindungstür, beliebt bei Familien.

Zurück-an-Bord-Zeit: Uhrzeit, zu der alle Gäste wieder an Bord sein müssen, meist eine halbe Stunde oder mehr vor dem Ablegen. Englisch: all aboard time.

Begriffe auf dem Fluss

Auf Flusskreuzfahrten kommen einige eigene Begriffe hinzu:

Anleger: Anlegestelle am Ufer, oft mitten in der Stadt.

Päckchen: Mehrere Flussschiffe liegen nebeneinander am Anleger. Gäste der äußeren Schiffe gehen dann durch die Lobby der inneren Schiffe an Land.

Pegel: Wasserstand an einer Messstelle. Bei Niedrig- oder Hochwasser kann die Route geändert werden.

Schleuse: Bauwerk, das Schiffe über einen Höhenunterschied im Fluss hebt oder senkt.

Sonnendeck absenken: Vor niedrigen Brücken werden Geländer, Sonnenschirme und teils das Steuerhaus eingefahren. Das Deck ist dann zeitweise gesperrt.

Mit diesen Begriffen sind Sie für Buchung und Bordalltag gut gerüstet. Wer zum ersten Mal reist, findet weitere praktische Tipps im Ratgeber Erste Kreuzfahrt, die Checkliste für die Vorbereitung unter Kreuzfahrt planen. Welche Reederei zu Ihnen passt, ordnet der Reedereien-Vergleich ein, und welche Fahrgebiete es gibt, zeigt die Übersicht Kreuzfahrtgebiete.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Was bedeutet achtern auf einem Schiff?

Achtern bedeutet hinten, also in Richtung Heck. Eine Achterkabine liegt im hinteren Teil des Schiffs und hat oft einen Blick auf das Kielwasser. Das Gegenteil ist vorn oder voraus, in Richtung Bug.

Wie merke ich mir Backbord und Steuerbord?

Backbord ist in Fahrtrichtung links, Steuerbord rechts. Eine bekannte Eselsbrücke: Backbord hat weniger Buchstaben als Steuerbord, so wie links weniger hat als rechts. Nachts tragen Schiffe links ein rotes und rechts ein grünes Positionslicht.

Was ist eine Garantiekabine?

Bei einer Garantiekabine buchen Sie nur die Kabinenkategorie, etwa Balkonkabine, nicht aber die genaue Kabine. Die Reederei teilt die Kabine später zu, manchmal erst kurz vor der Reise. Garantiekabinen sind oft günstiger, Lage und Deck können Sie aber nicht wählen.

Was ist der Unterschied zwischen Knoten und Kilometer pro Stunde?

Ein Knoten ist eine Seemeile pro Stunde. Eine Seemeile entspricht 1.852 Metern, ein Knoten also etwa 1,85 Kilometern pro Stunde. Ein Schiff mit 20 Knoten fährt damit rund 37 Kilometer pro Stunde.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie der Redaktion.