Kreuzfahrt planen

Kreuzfahrt mit Hund: Welche Möglichkeiten gibt es?

Die ehrliche Antwort: meist nicht erlaubt. Welche Ausnahmen es gibt, was für Assistenzhunde gilt und welche Alternativen bleiben.

Die kurze und ehrliche Antwort lautet: Mit dem eigenen Hund auf Kreuzfahrt zu gehen, ist fast nirgends möglich. Hochsee- und Flussreedereien schließen Haustiere in ihren Reisebedingungen nahezu durchgehend aus. Es gibt aber einige Ausnahmen und Alternativen. Diese Seite zeigt, was geht, was nicht und worauf Sie bei den Ausnahmen achten müssen.

Warum Hunde auf Kreuzfahrtschiffen meist verboten sind

Die Gründe sind praktisch und rechtlich. Ein Kreuzfahrtschiff läuft in kurzer Zeit mehrere Länder an, und jedes Land hat eigene Einfuhrregeln für Tiere. Ein Hund müsste für jeden Hafen die passenden Impfungen, Behandlungen und Papiere haben, oft auch dann, wenn er gar nicht an Land geht. Dazu kommen Hygieneregeln in Restaurants und Kabinen, Rücksicht auf Gäste mit Allergien oder Angst vor Hunden und die Frage, wo ein Hund auf See überhaupt Auslauf und eine Toilette findet.

Für die Reedereien wäre der Aufwand groß, die Nachfrage im Verhältnis klein. Deshalb gilt bei nahezu allen bekannten Anbietern: Haustiere bleiben zu Hause.

Die Ausnahmen im Überblick

Möglichkeit Hund erlaubt? Was Sie wissen sollten
Hochseekreuzfahrt der großen Reedereien nein Ausnahme nur für anerkannte Assistenzhunde nach Anmeldung
Flusskreuzfahrt in der Regel nein Bedingungen der Reederei prüfen, Assistenzhunde teils nach Absprache
Queen Mary 2 auf der Transatlantik-Route ja, im Bordzwinger begrenzte Plätze, Hund wohnt nicht in der Kabine
Fähren mit Haustierkabinen oft ja auf einigen Routen, etwa nach Skandinavien, gegen Aufpreis
Hausboot und Charterboot häufig ja je nach Vermieter, meist gegen Gebühr

Die Queen Mary 2: die bekannte Ausnahme

Die Queen Mary 2 der Reederei Cunard ist das bekannteste Beispiel für ein großes Passagierschiff, das auf seinen Transatlantik-Überfahrten zwischen Europa und New York Hunde und Katzen mitnimmt. Die Tiere wohnen in einem eigenen Zwingerbereich auf einem der oberen Decks, der von Personal betreut wird. Besitzer können ihre Tiere zu festen Zeiten besuchen und mit ihnen in einem abgetrennten Bereich an Deck sein. In die Kabine oder in die Restaurants darf der Hund nicht.

Die Zahl der Plätze ist klein, und sie sind oft lange im Voraus vergeben. Dazu kommen die Einreiseregeln: Für die USA und für das Vereinigte Königreich gelten für Hunde eigene, strenge Vorgaben zu Mikrochip, Impfungen, Behandlungen und Formularen. Diese Regeln wurden in den vergangenen Jahren mehrfach verändert. Klären Sie sie mit Ihrer Tierarztpraxis und den zuständigen Behörden, bevor Sie die Überfahrt buchen. Ob und zu welchen Bedingungen die Zwingerplätze angeboten werden, steht in den aktuellen Bedingungen der Reederei.

Assistenzhunde: was in der Regel gilt

Für anerkannte Assistenzhunde, etwa Blindenführhunde oder Hunde, die Menschen mit anderen Behinderungen im Alltag unterstützen, machen viele Reedereien eine Ausnahme. Typische Voraussetzungen sind:

  1. Frühzeitige Anmeldung bei der Buchung, oft mit einer Frist vor Reisebeginn
  2. Nachweis der Ausbildung oder Anerkennung als Assistenzhund
  3. Gesundheitsnachweise wie Heimtierausweis, Mikrochip und Tollwutimpfung
  4. Einreisepapiere für jeden Hafen, in dem der Hund an Land gehen soll, teils auch für Häfen, in denen er an Bord bleibt
  5. Eigenverantwortung für Versorgung, also Futter, Pflege und Begleitung durch die reisende Person

Manche Reedereien richten für Assistenzhunde an Bord einen Bereich mit Rasen oder Streu als Hundetoilette ein. Fragen Sie bei der Anmeldung, wo er liegt und wie die Reinigung organisiert ist. Ein Begleithund oder Therapiehund ohne anerkannte Ausbildung gilt in der Regel nicht als Assistenzhund. Mehr zu Kabinen, Landgängen und Hilfen für Reisende mit Behinderung finden Sie im Ratgeber Barrierefreie Kreuzfahrt, die allgemeinen Schritte in der Checkliste Kreuzfahrt planen.

Flusskreuzfahrten: auch hier meist kein Hund

Auf Flussschiffen ist der Platz noch knapper als auf dem Meer, Grünflächen gibt es an Bord nicht. Die bekannten Flussreedereien nehmen Haustiere deshalb in der Regel nicht mit. Weil Flussschiffe aber fast täglich anlegen und selten Ländergrenzen mit strengen Tierregeln überqueren, gibt es bei kleineren Anbietern gelegentlich Ausnahmen. Fragen Sie in diesem Fall direkt nach und lassen Sie sich eine Zusage schriftlich geben. Welche Flüsse und Reedereien es gibt, zeigt der Überblick Flusskreuzfahrten.

Alternativen: auf das Wasser mit Hund

Fähren mit Haustierkabinen

Einige Fährreedereien bieten auf Strecken in der Ostsee und nach Skandinavien Kabinen an, in denen Hunde mitreisen dürfen. Manche dieser Verbindungen werden als Minikreuzfahrt mit Übernachtung an Bord angeboten. Die Kabinen sind begrenzt und meist teurer, die Tiere dürfen nicht in Restaurants und Bars. Für Norwegen gelten zusätzlich besondere Einreiseregeln für Hunde, unter anderem zur Behandlung gegen Bandwürmer. Prüfen Sie das mit Ihrer Tierarztpraxis.

Hausboot und Charterboot

Auf Seen und Kanälen, etwa in Mecklenburg, Brandenburg oder Frankreich, erlauben viele Vermieter Hunde an Bord. Der Vorteil: Sie legen an, wann Sie wollen, und der Hund hat jederzeit Auslauf. Für manche Gebiete brauchen Sie keinen Bootsführerschein, dort genügt eine Einweisung. Fragen Sie nach Schwimmweste für Hunde und Einstiegshilfen.

Kreuzfahrt ohne Hund, gut organisiert

Wer eine klassische Kreuzfahrt machen möchte, organisiert die Betreuung zu Hause. Möglich sind Familie oder Freunde, eine Tierpension oder ein Hundesitter, der ins Haus kommt. Planen Sie ein Probewochenende ein, damit sich der Hund an die Betreuung gewöhnt.

Vor der Entscheidung: passt die Reise zum Hund?

Selbst wenn eine Mitnahme möglich ist, lohnt die ehrliche Frage, ob der Hund die Reise genießt. Eine Überfahrt im Bordzwinger bedeutet für viele Tiere ungewohnte Geräusche, Vibrationen, wenig Bewegung und feste Besuchszeiten. Auf einer Fähre verbringt der Hund die Nacht in einer engen Kabine. Ältere, ängstliche oder sehr bewegungsfreudige Hunde kommen mit der Situation oft schlechter zurecht als ruhige, reiseerfahrene Tiere. Sprechen Sie mit Ihrer Tierarztpraxis auch darüber, wie Ihr Hund auf längere Fahrten reagiert.

Häufige Irrtümer

  • Kleine Hunde in der Tasche gehen schon: Auch kleine Hunde sind auf Kreuzfahrtschiffen in der Regel nicht erlaubt. Die Größe spielt für das Verbot keine Rolle.
  • Auf dem Fluss ist alles lockerer: Die bekannten Flussreedereien schließen Haustiere ebenfalls aus. Gelegentliche Ausnahmen gibt es nur nach ausdrücklicher Zusage.
  • Ein Attest reicht als Assistenzhund-Nachweis: Reedereien verlangen in der Regel Nachweise über Ausbildung und Funktion des Hundes, kein allgemeines ärztliches Attest.
  • Der Hund bleibt einfach an Bord, wenn das Land ihn nicht einreisen lässt: Viele Länder regeln auch den Aufenthalt von Tieren an Bord eines Schiffs in ihren Häfen. Deshalb verlangen Reedereien Papiere für die gesamte Route.
  • Was im Forum steht, gilt noch: Haustierregeln und Einreisebestimmungen ändern sich. Verlassen Sie sich nur auf aktuelle Bedingungen und schriftliche Zusagen.

Checkliste, wenn der Hund doch mitreisen soll

  1. Reisebedingungen der Reederei schriftlich prüfen, nicht auf Aussagen in Foren verlassen
  2. Zusage für den Hund vor der Zahlung schriftlich einholen
  3. Einreiseregeln für Tiere in allen angelaufenen Ländern mit der Tierarztpraxis klären
  4. Heimtierausweis, Mikrochip und Impfungen rechtzeitig aktualisieren
  5. Fristen für Behandlungen wie Entwurmung vor der Einreise im Kalender notieren
  6. Futter, Medikamente und Decke für die gesamte Reise einpacken
  7. Versicherung prüfen: Deckt die Hundehaftpflicht Auslandsreisen ab?

Einen Überblick über die Reedereien und ihre Ausrichtung gibt der Reedereien-Vergleich. Die Haustierregeln selbst stehen dort nicht, sie finden Sie immer in den aktuellen Reisebedingungen des jeweiligen Anbieters.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Darf mein Hund mit auf eine AIDA- oder TUI-Cruises-Kreuzfahrt?

Nach den bekannten Bedingungen der großen deutschsprachigen Reedereien nicht. Haustiere sind dort ausgeschlossen, Ausnahmen gelten allenfalls für anerkannte Assistenzhunde. Prüfen Sie die aktuellen Reisebedingungen der Reederei, bevor Sie buchen, denn die Regeln für Assistenzhunde unterscheiden sich im Detail.

Wie funktioniert die Überfahrt mit Hund auf der Queen Mary 2?

Der Hund reist in einem eigenen Zwingerbereich an Bord, der von Personal betreut wird. Besitzer können ihre Tiere zu festen Zeiten besuchen, in die Kabine darf der Hund nicht. Die Plätze sind begrenzt und oft lange im Voraus ausgebucht. Zusätzlich gelten die Einreiseregeln für Tiere im Ziel- und Herkunftsland.

Darf ein Assistenzhund mit auf das Schiff?

Bei vielen Reedereien ja, wenn Sie den Hund frühzeitig anmelden und die geforderten Nachweise vorlegen, etwa zur Ausbildung, zu Impfungen und zur Einreise in alle angelaufenen Länder. Ein Begleithund oder Therapiehund ohne entsprechende Anerkennung zählt in der Regel nicht dazu.

Was ist die beste Alternative zur Kreuzfahrt mit Hund?

Für Schiffsfeeling mit Hund eignen sich Fährverbindungen mit Haustierkabinen, etwa nach Skandinavien, oder ein Hausboot auf Seen und Kanälen. Viele Hausboot-Vermieter erlauben Hunde gegen Aufpreis. Wer unbedingt eine klassische Kreuzfahrt machen möchte, organisiert für die Reisezeit eine gute Betreuung zu Hause.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie der Redaktion.