Kreuzfahrt planen

Internet an Bord: WLAN-Pakete und Mobilfunk auf See

Satelliten-WLAN, Paketarten und die Kostenfalle Seeroaming: So bleiben Sie auf dem Schiff erreichbar, ohne eine böse Überraschung auf der Handyrechnung.

Auf fast allen Hochseeschiffen gibt es WLAN, das über Satellit läuft und als Paket pro Tag oder für die ganze Reise verkauft wird. Die größte Kostenfalle ist nicht das WLAN, sondern das Handy: Bucht es sich auf See in das bordeigene Mobilfunknetz ein, gelten die EU-Roamingregeln nicht, und schon ein paar automatische App-Updates können teuer werden. Wer auf See den Flugmodus einschaltet und nur das WLAN nutzt, ist auf der sicheren Seite.

Wie Internet auf dem Schiff funktioniert

Auf offener See gibt es keine Mobilfunkmasten. Schiffe verbinden sich deshalb über Satelliten mit dem Internet. Lange Zeit liefen diese Verbindungen über Satelliten in großer Höhe, was hohe Verzögerungen und geringe Bandbreite bedeutete. Inzwischen haben viele Reedereien auf Systeme mit Satelliten in niedriger Umlaufbahn umgestellt oder kombinieren beide Technologien. Das Ergebnis: deutlich schnellere Verbindungen, mit denen Messenger, E-Mail und auf vielen Schiffen auch Videoanrufe gut funktionieren.

Ganz wie zu Hause ist es trotzdem nicht. Die Bandbreite teilen sich alle Gäste und die Besatzung. Abends, wenn viele gleichzeitig online sind, kann es langsamer werden. Auch hohe Felswände in engen Fjorden, starker Regen oder sehr abgelegene Seegebiete können die Verbindung beeinträchtigen.

Welche WLAN-Pakete es gibt

Die Modelle unterscheiden sich je nach Reederei, folgen aber meist einem dieser Muster:

Paketart Was enthalten ist Für wen geeignet
Messenger-Paket Textnachrichten über gängige Messenger, oft ohne Fotos und Videos in voller Qualität Gäste, die nur erreichbar sein wollen
Surf-Paket E-Mail, Websites, soziale Netzwerke, Fotos die meisten Urlauberinnen und Urlauber
Premium- oder Streaming-Paket höhere Geschwindigkeit, Videoanrufe, Streaming Gäste, die arbeiten oder streamen möchten
Volumen- oder Minutenpaket festes Datenvolumen oder Zeitkontingent ältere Modelle, heute seltener

Achten Sie beim Kauf auf drei Punkte: Für wie viele Geräte gilt das Paket gleichzeitig, gilt es pro Person oder pro Kabine, und ist es pro Tag oder für die ganze Reise berechnet. Häufig sind Pakete, die vor der Reise online gebucht werden, günstiger als an Bord. Bei manchen Tarifen ist ein Internetpaket bereits im Reisepreis enthalten. Welche Reederei welche Leistungen einschließt, ordnet der Reedereien-Vergleich ein.

Die Kostenfalle: Mobilfunk auf See

Viele Schiffe betreiben ein eigenes Mobilfunknetz an Bord. Ihr Handy sieht es als ausländisches Netz und bucht sich ein, sobald kein Landnetz mehr erreichbar ist. Das passiert oft unbemerkt, zum Beispiel nachts in der Kabine oder auf einem Seetag.

Das Problem: Diese Netze laufen über Satellit und zählen nicht zu den Netzen, für die in der EU die Regel “Roam like at home” gilt. Ihr Mobilfunkanbieter rechnet Anrufe, SMS und Daten zu eigenen Seefunk- oder Satellitentarifen ab, die ein Vielfaches der normalen Preise betragen können. Besonders teuer sind mobile Daten, weil Smartphones im Hintergrund ständig Daten laden: Fotosicherung in die Cloud, App-Updates, E-Mail-Abruf.

So schützen Sie sich

  1. Flugmodus an, WLAN an: Im Flugmodus ist das Mobilfunkmodul aus. WLAN und Bluetooth lassen sich danach einzeln wieder einschalten. Das ist die sicherste Einstellung für Seetage.
  2. Mobile Daten im Ausland deaktivieren: Schalten Sie Datenroaming in den Einstellungen aus. Das schützt vor Daten, aber nicht vor eingehenden Anrufen.
  3. Netzwahl auf manuell stellen: Dann bucht sich das Handy nicht automatisch in ein neues Netz ein.
  4. Beim Anbieter nachfragen: Viele Mobilfunkanbieter sperren Satelliten- und Seenetze auf Wunsch oder haben Kostengrenzen. Klären Sie das vor der Reise.
  5. Mailbox-Weiterleitung prüfen: Auch die Umleitung eines Anrufs auf die Mailbox kann im Ausland Kosten auslösen.

Im Hafen: wann Ihr Handy wieder normal funktioniert

Liegt das Schiff im Hafen, ist das bordeigene Netz meist abgeschaltet, und Ihr Handy verbindet sich mit einem Netz an Land. Dann gilt, was für das jeweilige Land gilt:

Hafenland Mobilfunk für deutsche Verträge
EU-Länder sowie Norwegen, Island, Liechtenstein in der Regel Inlandskonditionen nach EU-Roamingregeln
Großbritannien abhängig vom Tarif, nicht automatisch EU-Konditionen
Schweiz, Türkei, Montenegro, Nordafrika in der Regel Auslandstarif, teils sehr teuer
Karibik, USA, Kanada Auslandstarif, Tagespakete der Anbieter prüfen

Vorsicht gilt auch in Küstennähe: Fährt das Schiff an der Küste eines Nicht-EU-Landes entlang, kann sich das Handy dort einbuchen, obwohl der nächste Hafen in der EU liegt. Im Mittelmeer und in der Adria passiert das zum Beispiel vor Montenegro, Albanien oder Nordafrika.

Alternativen zum Bord-WLAN

  • WLAN im Hafen: Viele Kreuzfahrtterminals, Cafés und öffentliche Plätze bieten kostenloses WLAN. Wer nur gelegentlich Nachrichten verschicken möchte, kommt damit oft aus.
  • eSIM oder lokale SIM-Karte: Für Reisen außerhalb der EU, etwa in der Karibik oder in Nordamerika, kann eine Daten-eSIM für die Landgänge günstiger sein als der Auslandstarif. Auf See hilft sie nicht, dort zählt nur das Bord-WLAN.
  • Offline vorbereiten: Karten der Hafenstädte, Fahrpläne, Bordkarte und Reiseunterlagen vor der Reise herunterladen. Die meisten Kartenapps erlauben Offlinekarten.

Die Bord-App: oft ohne Internetpaket nutzbar

Viele Reedereien haben eine eigene App mit Tagesprogramm, Restaurantreservierung, Bordkonto und teils einem Chat zwischen Mitreisenden. Häufig läuft sie über das Bord-WLAN, ohne dass dafür ein Internetpaket nötig ist. Laden Sie die App vor der Abreise zu Hause herunter, denn im Schiffs-WLAN ist der App Store ohne Paket nicht erreichbar.

Flussreisen: meist einfacher

Auf europäischen Flüssen fährt das Schiff fast immer in Reichweite von Mobilfunkmasten an Land. Ihr Handy nutzt dann die Netze der Anrainerstaaten, innerhalb der EU zu Inlandskonditionen. Viele Flussschiffe bieten zusätzlich WLAN an, das über Mobilfunk-Router läuft und in Abschnitten mit schlechtem Netz schwächer wird. Achten Sie auf Strecken außerhalb der EU, etwa auf der Donau durch Serbien oder in die Schweiz am Rhein. Mehr zu den Unterschieden zwischen Fluss und Hochsee lesen Sie unter Flusskreuzfahrten.

Arbeiten an Bord: geht das?

Mit moderner Satellitentechnik ist es auf vielen Schiffen möglich, E-Mails zu bearbeiten oder an einer Videokonferenz teilzunehmen. Verlassen sollten Sie sich darauf nicht. Die Verbindung kann bei Wetterwechseln, in engen Fjorden oder abends bei hoher Auslastung schwanken, und große Uploads dauern länger als zu Hause. Wer an Bord arbeiten muss, sollte diese Punkte beachten:

  • Premium-Paket wählen: Nur die höheren Pakete sind für Videoanrufe gedacht.
  • Ruhige Zeiten nutzen: Früh am Morgen und während der Landgänge ist das Netz an Bord oft weniger ausgelastet.
  • Wichtige Termine in Hafentage legen: Im Hafen können Sie auf das Landnetz oder WLAN im Terminal ausweichen.
  • Ausweichplan haben: Kollegen informieren, dass die Verbindung ausfallen kann, und Dokumente vorab offline speichern.
  • Ruhigen Ort suchen: In der Kabine ist es meist leiser als in den öffentlichen Bereichen, der WLAN-Empfang kann dort aber schwächer sein.

Checkliste vor der Abreise

  • Tarif beim Mobilfunkanbieter geprüft, Satelliten- und Seenetze gesperrt oder Kostengrenze bekannt
  • Bord-App, Offlinekarten und Reiseunterlagen heruntergeladen
  • WLAN-Paket vorab verglichen: Geräteanzahl, Laufzeit, pro Person oder Kabine
  • Automatische Cloud-Sicherung und App-Updates auf WLAN beschränkt
  • Auf See Flugmodus mit WLAN aktiv, im Hafen erst nach Ankunft wieder einschalten

Mit diesen Einstellungen bleiben Sie erreichbar und behalten die Kosten im Griff. Weitere Punkte zur Vorbereitung, von den Nebenkosten bis zu den Dokumenten, sammelt die Checkliste Kreuzfahrt planen.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Ist WLAN auf Kreuzfahrten kostenlos?

Meist nicht. Bei vielen Reedereien kaufen Sie ein Internetpaket pro Tag oder für die ganze Reise, in einigen Tarifen ist ein Grundpaket enthalten. Kostenlos sind häufig nur die Bord-App, das Tagesprogramm und manchmal Chatfunktionen innerhalb des Schiffs. Was enthalten ist, steht in den Tarifbedingungen der Reederei.

Was kostet es, wenn mein Handy sich auf See ins Schiffsnetz einbucht?

Das kann sehr teuer werden. Das bordeigene Mobilfunknetz läuft über Satellit und fällt nicht unter die EU-Regel Roam like at home. Anrufe, SMS und vor allem mobile Daten werden zu eigenen, oft hohen Preisen abgerechnet. Am sichersten ist der Flugmodus mit eingeschaltetem WLAN.

Funktioniert Videotelefonie und Streaming auf dem Schiff?

Auf vielen Schiffen mit moderner Satellitentechnik ist das inzwischen möglich, oft aber nur mit dem teureren Paket. Bei schlechtem Wetter, in Fjorden mit hohen Felswänden oder in sehr abgelegenen Gebieten kann die Verbindung schwächer werden. Für Arbeit an Bord sollten Sie mit Ausfällen rechnen.

Gibt es auf Flusskreuzfahrten Internet?

Auf vielen Flussschiffen gibt es WLAN, das meist über das Mobilfunknetz an Land läuft. In Europa nutzen Sie unterwegs oft einfach Ihre eigene SIM-Karte, weil das Schiff fast immer in Reichweite von Landnetzen fährt. Achten Sie aber auf Strecken außerhalb der EU, etwa in Serbien.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie der Redaktion.