Norwegen und Nordeuropa

Norwegen-Kreuzfahrt: Die beste Reisezeit für Fjorde, Mitternachtssonne und Polarlicht

Fjorde im Juni, Nordkap im Juli, Polarlicht im Februar: welcher Monat zu welchem Reiseziel in Norwegen passt.

Die beste Reisezeit für eine Norwegen-Kreuzfahrt hängt davon ab, was Sie sehen möchten. Für die Fjorde im Westen sind Juni bis August ideal, für die Mitternachtssonne am Nordkap Mitte Mai bis Ende Juli, für Polarlicht die dunklen Monate von etwa September bis März. Wer es ruhiger mag, wählt Mai oder September und nimmt dafür wechselhafteres Wetter in Kauf.

Dieser Ratgeber geht die Monate einzeln durch und zeigt, welche Art von Reise wann passt. Einen Überblick über Häfen, Routen und Reedereien finden Sie auf der Seite zu Norwegen und Nordeuropa.

Die Reisezeit auf einen Blick

Monat Fjorde (Westküste) Nordkap und Mitternachtssonne Polarlicht Angebot ab Deutschland
Januar Winterlandschaft, kurze Tage Polarnacht im Norden gute Chancen sehr gering, Postschiffe ganzjährig
Februar Winter, Tage werden länger Rückkehr des Lichts gute Chancen sehr gering
März Schnee in den Bergen lange Dämmerung gute Chancen, Nächte werden kürzer gering
April Übergang, oft noch kalt Tage schon lang nur noch selten sichtbar erste Reisen
Mai Schneeschmelze, volle Wasserfälle Mitternachtssonne etwa ab Mitte Mai nicht sichtbar wachsend
Juni Hauptsaison, längste Tage Mitternachtssonne nicht sichtbar groß
Juli Hauptsaison, oft wärmster Monat Mitternachtssonne bis etwa Ende Juli nicht sichtbar am größten
August Hauptsaison, Ende der Sommerferien helle Nächte, keine Mitternachtssonne mehr Ende August erste dunkle Nächte im hohen Norden groß
September ruhiger, erste Herbstfarben Herbst Saison beginnt abnehmend
Oktober Herbst, viel Regen möglich früher Wintereinbruch möglich gute Chancen gering
November dunkel, stürmisch Polarnacht beginnt im hohen Norden gute Chancen sehr gering
Dezember Advent, kurze Tage Polarnacht gute Chancen sehr gering, einzelne Advents- und Polarlichtreisen

Die Tabelle ist eine Faustregel. Das Wetter in Norwegen wechselt schnell, und Jahre unterscheiden sich deutlich.

Mai: Wasserfälle und ruhige Häfen

Im Mai beginnt die Saison der großen Kreuzfahrtschiffe. In den Bergen liegt oft noch Schnee, während die Hänge in den Fjorden schon grün werden. Die Schneeschmelze lässt die Wasserfälle anschwellen, was den Mai für Fotografen interessant macht. Die Häfen sind leerer als im Hochsommer, und Reisen sind häufig günstiger als in den Ferien.

Der Nachteil: Einige Bergstraßen und Passhöhen sind im Mai noch gesperrt. Das betrifft vor allem Ausflüge, die von den Fjordorten in die Höhe führen. Prüfen Sie bei Landausflügen, ob die gewünschte Strecke bereits geöffnet ist. Gegen Ende Mai beginnt am Nordkap die Zeit der Mitternachtssonne.

Juni bis August: die Hochsaison

Die Sommermonate sind die klassische Zeit für Norwegen-Kreuzfahrten. Die Tage sind lang, im Süden wird es nachts nur dämmrig, nördlich des Polarkreises gar nicht dunkel. Das Angebot ist am größten, und fast alle Reedereien mit Programm ab Deutschland fahren in diesen Monaten nach Norwegen.

Juni gilt vielen als bester Monat: Die Natur ist frisch, die Wasserfälle führen noch viel Wasser, und die Mittsommerzeit sorgt für fast endlose Abende an Deck. Juli ist oft der wärmste Monat und fällt in die Schulferien vieler Bundesländer, die Schiffe sind dann besonders voll. Im August bleibt es meist sommerlich, die Mitternachtssonne ist am Nordkap aber vorbei.

Rechnen Sie in der Hochsaison mit vollen Fjordorten. In Geiranger, Flåm oder Bergen liegen an manchen Tagen mehrere Schiffe gleichzeitig. Wer Ausflüge auf eigene Faust plant, sollte früh aufbrechen.

Die Mitternachtssonne

Die Mitternachtssonne gibt es nur nördlich des Polarkreises. Je weiter nördlich, desto länger dauert die Zeit, in der die Sonne nicht untergeht. Am Nordkap ist das etwa von Mitte Mai bis Ende Juli der Fall, in Tromsø etwas kürzer, an der Polarkreislinie selbst nur rund um die Sommersonnenwende.

Für Kreuzfahrten bedeutet das: Eine Fjordreise an die Westküste bringt keine Mitternachtssonne, sondern helle Nächte. Wer sie wirklich sehen will, bucht eine längere Nordkap-Reise von meist zwölf Nächten und mehr. Viele dieser Reisen legen am Abend in Honningsvåg an, damit Sie um Mitternacht auf dem Nordkap-Plateau stehen können. Ob die Sonne dann zu sehen ist, entscheidet allerdings das Wetter. Nebel und tiefe Wolken sind am Nordkap keine Seltenheit.

September und Oktober: Herbst und erste Polarlichter

Im September endet die Saison der großen Schiffe allmählich. Das Wetter wird wechselhafter und windiger, dafür färben sich Birken und Hänge, und die Häfen sind ruhiger. Für Reisende, die keine Ferien brauchen, ist der September eine gute Wahl.

Gleichzeitig beginnt im Norden die Polarlicht-Saison. Sobald die Nächte wieder dunkel genug sind, stehen die Chancen auf klaren Nächten gut. Der Herbst hat den Vorteil, dass die Temperaturen noch nicht so tief sind wie im Hochwinter. Im Oktober steigt das Risiko für Regen und Sturm, und das Kreuzfahrtangebot ab Deutschland ist klein.

November bis März: Polarlicht und Polarnacht

Im Winter fahren nur wenige große Kreuzfahrtschiffe nach Norwegen. Einige Reedereien bieten eigene Polarlicht-Reisen an, das Rückgrat des Winterreisens sind aber die Postschiffe zwischen Bergen und Kirkenes, die ganzjährig verkehren. Wie diese Reise abläuft, erklärt der Ratgeber zur Postschiffroute Bergen-Kirkenes.

Im hohen Norden geht die Sonne um den Jahreswechsel herum gar nicht auf. Diese Polarnacht ist kein völliges Dunkel: Mittags gibt es mehrere Stunden blaues Dämmerlicht, das die verschneite Küste in besonderes Licht taucht. Ab Februar werden die Tage schnell länger, und März gilt als guter Kompromiss aus Polarlicht-Chancen, mehr Tageslicht und Winterlandschaft.

Was Sie über Polarlicht wissen sollten

  • Polarlicht entsteht durch Teilchen der Sonne, die auf die Erdatmosphäre treffen. Wie stark es ist, lässt sich nur kurzfristig vorhersagen.
  • Entscheidend sind dunkle Nächte und klarer Himmel. Wolken sind der häufigste Grund, warum Reisende kein Polarlicht sehen.
  • Nordnorwegen liegt in einer Zone, in der Polarlicht häufig auftritt. Eine Garantie gibt es trotzdem nicht.
  • Auf dem Schiff haben Sie den Vorteil, dass kein Stadtlicht stört. Viele Schiffe informieren Gäste per Durchsage, wenn Polarlicht zu sehen ist.

Welcher Reisetyp passt zu welcher Zeit?

Sie möchten Beste Zeit Typische Reise
Fjorde bei grüner Natur und langen Tagen Juni bis August 7 bis 10 Nächte ab Kiel, Hamburg oder Warnemünde
volle Wasserfälle und weniger Andrang Mai, Anfang Juni Fjordreise in der Vorsaison
Mitternachtssonne am Nordkap Mitte Mai bis Ende Juli Nordkap-Reise ab 12 Nächten
Herbststimmung und ruhige Häfen September Fjordreise in der Nachsaison
Polarlicht etwa September bis März Postschiff oder Polarlicht-Reise
Winterlandschaft mit mehr Tageslicht Februar und März Postschiff, Teilstrecke im Norden

Wetter und Kleidung je Saison

Norwegens Küste wird vom Golfstrom erwärmt und ist deshalb milder, als die nördliche Lage vermuten lässt. Gleichzeitig regnet es an der Westküste viel. Bergen gilt als eine der regenreichsten Städte Europas. Planen Sie zu jeder Jahreszeit eine wasserdichte Jacke ein.

  • Sommer: Zwiebelprinzip mit T-Shirt, Fleece und Regenjacke. Für Wanderungen feste Schuhe. Für das Nordkap Mütze und Handschuhe, auch im Juli.
  • Herbst: warme Jacke, Mütze, wasserdichte Schuhe. Für Polarlicht-Nächte an Deck eine zusätzliche warme Schicht.
  • Winter: Thermounterwäsche, Daunen- oder Winterjacke, Schuhe mit gutem Profil für vereiste Wege, dazu Spikes zum Überziehen, wenn Sie an Land viel laufen möchten.

Seegang nach Jahreszeit

Auf dem Weg von Deutschland nach Norwegen überquert das Schiff die Nordsee oder das Skagerrak. Dort kann es auch im Sommer kräftig schaukeln, in Herbst und Winter öfter und stärker. In den Fjorden selbst ist das Wasser meist ruhig. Auch die Postschiffe fahren viel im Schutz der Inseln, haben aber offene Abschnitte, etwa vor Stad oder in der Finnmark, auf denen es im Winter rau werden kann. Wer empfindlich reagiert, wählt eine Kabine mittschiffs auf einem unteren Deck.

So wählen Sie Ihren Reisetermin

  1. Ziel klären: Fjorde, Nordkap oder Polarlicht. Davon hängt der Zeitraum ab.
  2. Ferien prüfen: Wer nicht an Schulferien gebunden ist, reist im Juni oder September entspannter.
  3. Route anschauen: Eine Fjordreise bringt helle Nächte, aber keine Mitternachtssonne.
  4. Starthafen wählen: Ab Hamburg, Kiel oder Warnemünde gibt es im Sommer die meisten Termine.
  5. Puffer für das Wetter einplanen: In Norwegen ist jede Reisezeit ein Kompromiss, ein Regentag gehört dazu.

Welche anderen Fahrgebiete im Jahreslauf Saison haben, zeigt die Übersicht der Kreuzfahrtgebiete.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

In welchem Monat ist eine Norwegen-Kreuzfahrt am günstigsten?

Konkrete Preise schwanken je nach Reederei und Termin stark. Als Faustregel gilt: Reisen in den Randmonaten Mai und September sind oft günstiger als in den Sommerferien, weil die Nachfrage geringer ist. Auf den Postschiffen sind die dunklen Wintermonate abseits der Feiertage häufig preiswerter als der Hochsommer.

Kann man im Sommer in Norwegen Polarlicht sehen?

Nein, praktisch nicht. Polarlicht gibt es zwar auch im Sommer, nördlich des Polarkreises ist es dann aber zu hell, um es zu sehen. Erst ab etwa September werden die Nächte im Norden dunkel genug. Wer gezielt Polarlicht erleben möchte, reist zwischen Herbst und März.

Wie warm ist es im Sommer auf einer Norwegen-Kreuzfahrt?

Mit Hitze sollten Sie nicht rechnen. In den Fjorden kann es an sonnigen Tagen angenehm warm werden, an Deck, bei Regen und weiter im Norden ist es oft frisch. Am Nordkap kann es auch im Juli kühl und windig sein. Planen Sie Kleidung nach dem Zwiebelprinzip ein.

Wann führen die Wasserfälle in den Fjorden am meisten Wasser?

Im späten Frühjahr und Frühsommer, wenn in den Bergen der Schnee schmilzt. Mai und Juni gelten deshalb als besonders gute Monate für Wasserfälle wie die Sieben Schwestern am Geirangerfjord. Im Spätsommer führen viele Fälle weniger Wasser, nach starkem Regen aber auch wieder mehr.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie der Redaktion.