Mittelmeer

Mittelmeer-Kreuzfahrt: Östliche oder westliche Route wählen?

Großstädte oder Inseln, Mai oder Oktober, Personalausweis oder Reisepass: der Typ-Test für die richtige Mittelmeer-Route.

Wählen Sie das westliche Mittelmeer, wenn Sie Großstädte, Museen und kurze Wege mögen und eine unkomplizierte Reise mit wenig Tenderbooten suchen. Wählen Sie das östliche Mittelmeer, wenn Antike, Inseln und warmes Wasser bis in den Herbst für Sie im Vordergrund stehen. Der Typ-Test und die Entscheidungstabelle helfen Ihnen, die passende Route in wenigen Minuten zu finden.

Die Grundlagen zu beiden Routen mit Häfen, Saison und Reedereien stehen im Überblick Mittelmeer-Kreuzfahrt. Hier geht es nur um die Entscheidung.

Der Typ-Test: Welche Route passt zu Ihnen?

Zählen Sie, welchen Aussagen Sie zustimmen. Die Seite mit mehr Treffern ist Ihre Route.

Westliches Mittelmeer passt, wenn …

  • Sie lieber durch Großstädte bummeln als an einem Strand liegen.
  • Ihnen Kunst, Architektur und Museen wichtiger sind als Ausgrabungsstätten.
  • Sie möglichst jeden Tag einen Hafen und kaum Seetage möchten.
  • Sie Wert auf kurze Flüge oder sogar eine Anreise mit Bahn oder Auto legen.
  • Sie Tenderboote vermeiden wollen, etwa wegen eingeschränkter Mobilität.
  • Sie mit Kindern reisen und gern Häfen mit Strand in Reichweite haben.
  • Sie außerhalb der Hauptsaison reisen, also im Winter oder sehr frühen Frühjahr.

Östliches Mittelmeer passt, wenn …

  • Akropolis, Olympia oder Ephesus ganz oben auf Ihrer Liste stehen.
  • Sie Inseln mit weißen Dörfern und kleinen Häfen lieben.
  • Sie im Oktober noch baden möchten.
  • Ihnen ein Seetag zwischendurch willkommen ist.
  • Sie mit Tenderhäfen und gelegentlich kurzfristigen Planänderungen gelassen umgehen.
  • Sie die Adria mit Kotor und Dubrovnik erleben möchten.
  • Sie bereit sind, für Häfen außerhalb der EU den Reisepass einzupacken.

Gleichstand? Dann lohnt ein Blick auf eine längere Kombi-Route, die Italien mit Griechenland verbindet.

Die Entscheidungstabelle

Kriterium Westliches Mittelmeer Östliches Mittelmeer
Schwerpunkt Großstädte, Kunst, Küstenorte Antike, Inseln, Adria
Typische Höhepunkte Barcelona, Rom, Florenz, Neapel, Provence Athen, Santorini, Mykonos, Dubrovnik, Kotor, Ephesus
Hafenfolge sehr dicht, oft ein Hafen pro Tag dicht in der Ägäis, sonst teils Seetage
Tenderhäfen selten häufiger
Entfernung Hafen zur Sehenswürdigkeit teils weit, etwa Rom oder Florenz meist kurz auf den Inseln, weit nach Athen oder Olympia
Starthäfen Palma, Barcelona, Marseille, Savona, Genua, Civitavecchia Triest, Ravenna, Piräus, teils Istanbul
Anreise aus Deutschland kurz, Flug oder Bahn Flug, je nach Starthafen etwas länger
Saison lang, einzelne Schiffe ganzjährig vor allem Mai bis Oktober
Wetter im Hochsommer heiß in den Städten heiß, auf den Inseln oft windig
Dokumente meist nur EU-Länder teils Länder außerhalb der EU
Für Erstreisende sehr gut geeignet gut geeignet, etwas mehr Planung

Der Unterschied im Reisealltag

Westen: Städte im Tagestakt. Auf einer typischen Westroute wachen Sie fast jeden Morgen in einem neuen Hafen auf. Das ist abwechslungsreich, kann aber anstrengend werden, weil viele Höhepunkte nicht direkt am Hafen liegen. Rom erreichen Sie von Civitavecchia aus nur mit längerer Fahrt, Florenz und Pisa von Livorno aus ebenso. Wer jeden Tag einen großen Ausflug macht, kommt erschöpft nach Hause. Planen Sie bewusst ruhigere Hafentage ein, etwa in Palma oder Marseille.

Osten: Inseln, Antike und mehr Rhythmus. In der Ägäis liegen die Häfen ebenfalls dicht, dafür sind die Orte kleiner und oft zu Fuß erkundbar. Für die großen antiken Stätten wie Olympia, Athen oder Ephesus brauchen Sie dagegen Transfer und Zeit. Auf vielen Ostrouten liegt zwischen Adria und Ägäis ein Seetag, den manche als Erholung, andere als verlorenen Tag empfinden.

Reisezeit: Welche Route in welchem Monat?

Zeitraum Westliches Mittelmeer Östliches Mittelmeer
November bis März einzelne Schiffe unterwegs, ruhig, kühl kaum Angebote
April mild, gut für Städtereisen Saisonstart, Wasser noch kalt
Mai und Juni ideal für Besichtigungen ideal, Inseln grün und noch nicht überlaufen
Juli und August heiß, volle Städte, Ferienzeit heiß, in der Ägäis oft kräftiger Nordwind
September angenehm, Wasser warm sehr angenehm, Badewetter
Oktober merklich kühler, Saisonende meist noch warm, oft die bessere Wahl

Der kräftige Sommerwind in der Ägäis heißt Meltemi. Er sorgt für Abkühlung an Land, kann aber Tenderhäfen wie Santorini unruhig machen und im Einzelfall zum Ausfall eines Landgangs führen.

Drei typische Reisende und ihre Route

Paar auf der ersten Kreuzfahrt, Reise im Mai. Westliches Mittelmeer ab Palma oder Barcelona, sieben Nächte mit Rom, Florenz und der französischen Küste. Kurze Wege, bekannte Ziele, kaum Seetage.

Kulturinteressierte, Reise im September oder Oktober. Östliches Mittelmeer ab Triest oder Piräus mit Athen, Olympia und Ephesus. Für die großen Stätten Zeitfenster-Tickets oder Ausflüge vorab planen.

Familie mit Schulkindern, Sommerferien. Westliches Mittelmeer mit Häfen, in deren Nähe ein Strand liegt, und einem Schiff mit Kinderclub. Die Hitze im östlichen Mittelmeer im August ist für kleine Kinder bei Besichtigungen oft zu viel.

Kombi-Routen: das Beste aus beiden

Längere Reisen von zehn bis vierzehn Nächten verbinden Westen und Osten. Typisch sind Routen von Italien über Sizilien oder Malta nach Griechenland. Sie passen zu allen, die sich nicht entscheiden möchten und genug Urlaub haben. Rechnen Sie mit ein bis zwei zusätzlichen Seetagen und prüfen Sie, ob die Reise in einem anderen Hafen endet, als sie beginnt. Dann brauchen Sie für Hin- und Rückflug unterschiedliche Flughäfen.

Vier Denkfehler bei der Routenwahl

“Westen ist langweiliger, weil bekannter.” Barcelona, Rom und Florenz sind bekannt, aber auf einer Woche kaum ausgeschöpft. Viele Gäste kommen mehrmals ins westliche Mittelmeer und wählen jedes Mal andere Ausflüge.

“Osten heißt automatisch Badeurlaub.” Auf vielen Ostrouten stehen Athen, Olympia und Ephesus auf dem Plan, also lange Tage auf heißen Ausgrabungsstätten. Strandzeit gibt es eher auf Rhodos, Korfu oder Kreta, wenn Sie bewusst darauf verzichten, jede Sehenswürdigkeit mitzunehmen.

“Tenderhäfen sind nur ein Detail.” Wer schlecht zu Fuß ist, mit Kinderwagen reist oder knapp geplante Ausflüge hat, merkt den Unterschied deutlich. Das Ein- und Ausbooten kostet Zeit, und bei Wind kann ein Hafen ganz ausfallen.

“Der Starthafen ist egal.” Er bestimmt die Anreise. Wer nicht fliegen möchte, findet Starthäfen im Westen wie Genua oder Savona, die von Süddeutschland aus auch mit Bahn oder Auto erreichbar sind. Bei Ostrouten ab Piräus oder Istanbul ist ein Flug fast immer nötig, Triest und Ravenna sind etwas näher.

Was in beiden Fällen gilt

  • Zurück-an-Bord-Zeit: Sie liegt meist eine halbe Stunde vor dem Ablegen. Bei Ausflügen auf eigene Faust tragen Sie das Risiko selbst.
  • Mehrere Schiffe im Hafen: In beliebten Häfen liegen in der Hauptsaison oft mehrere Schiffe gleichzeitig. Dann lohnt es sich, früh von Bord zu gehen.
  • Hitze ernst nehmen: Wasser, Kopfbedeckung und Sonnenschutz gehören auf jeden Landgang, besonders bei Ausgrabungsstätten ohne Schatten.
  • Kleidung für Kirchen und Klöster: Schultern und Knie sollten bedeckt sein, ein leichtes Tuch im Tagesrucksack genügt.

Fazit

Die richtige Wahl hängt weniger vom Schiff als von Ihren Interessen und Ihrer Reisezeit ab. Westen bedeutet Städte, kurze Wege und eine lange Saison, Osten bedeutet Inseln, Antike und warmes Wasser bis in den Herbst. Wer sich für den Osten entscheidet, findet die wichtigsten Häfen und Ausflugsziele im Ratgeber Griechische Inseln per Schiff. Alle anderen Fahrgebiete im Vergleich stehen unter Kreuzfahrtgebiete, die weitere Planung von der Kabine bis zur Versicherung unter Kreuzfahrt planen.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Welche Mittelmeer-Route ist für die erste Kreuzfahrt besser?

Für Erstreisende ist das westliche Mittelmeer meist die einfachere Wahl. Die Häfen liegen nah beieinander, es gibt kaum Tenderhäfen, die Flüge zum Starthafen sind kurz, und die Route bleibt oft vollständig in der EU. Wer aber vor allem Inseln und Antike sehen möchte, wird auch als Neuling im Osten glücklich.

Wo ist es im Oktober wärmer, im östlichen oder westlichen Mittelmeer?

Im östlichen Mittelmeer bleibt es im Oktober meist etwas wärmer, und das Wasser in der Ägäis und vor der türkischen Küste lädt oft noch zum Baden ein. Im westlichen Mittelmeer kühlt es früher ab. Das Wetter schwankt aber von Jahr zu Jahr, eine Garantie gibt es für keinen Monat.

Gibt es Mittelmeer-Kreuzfahrten, die Osten und Westen verbinden?

Ja. Längere Reisen von zehn bis vierzehn Nächten verbinden oft Italien mit Griechenland, etwa über die Straße von Messina oder mit Stopps auf Sizilien und Malta. Sie bieten von beidem etwas, haben aber meist mehr Seetage als eine reine Westroute.

Brauche ich für das östliche Mittelmeer einen Reisepass?

Das hängt von den Häfen ab. In Griechenland und Kroatien genügt deutschen Staatsangehörigen der Personalausweis. Sobald die Route Länder außerhalb der EU berührt, etwa die Türkei oder Montenegro, gelten eigene Einreiseregeln. Maßgeblich sind die Angaben des Auswärtigen Amts und die Vorgaben Ihrer Reederei.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie der Redaktion.