Fahrgebiete

Alaska-Kreuzfahrt: Inside Passage, Gletscher und beste Monate

Gletscher, Wale und Goldgräberstädte: Saison, Routen ab Seattle und Vancouver und welcher Monat zu Ihren Wünschen passt.

Eine Alaska-Kreuzfahrt ist nur zwischen etwa Mai und September möglich. Die meisten Reisen starten in Seattle oder Vancouver und führen in einer Woche durch die Inside Passage, vorbei an bewaldeten Inseln und Fjorden zu Häfen wie Ketchikan, Juneau und Skagway und zu mindestens einem großen Gletscher. Juni bis August bieten die längsten Tage, Mai und September weniger Andrang.

Was die Inside Passage ist

Die Inside Passage ist ein geschützter Seeweg entlang der Pazifikküste von Nordamerika. Er führt von der Region um Seattle und Vancouver zwischen unzähligen Inseln und dem Festland bis in den Südosten Alaskas. Weil die Inseln den offenen Pazifik abschirmen, ist das Wasser meist ruhiger als auf dem offenen Meer. Für viele Reisende ist das ein Argument für Alaska, auch wenn sie sonst zu Seekrankheit neigen. Unruhiger kann es auf den Abschnitten werden, auf denen das Schiff kurz offene See quert, etwa vor der Küste von British Columbia oder im Golf von Alaska.

Die Landschaft erinnert an Norwegen, nur in größerem Maßstab: dichte Regenwälder, Berge, die direkt aus dem Wasser steigen, Gletscher, die bis ins Meer reichen. Dazu kommen Wale, Seeadler, Robben und mit etwas Glück Bären an der Küste.

Die Routen: Rundreise oder Strecke

Route Typische Dauer Charakter
Rundreise ab Seattle etwa 7 Nächte Inside Passage, Gletscher, Stopp in Kanada, meist Victoria
Rundreise ab Vancouver etwa 7 Nächte Inside Passage, Gletscher, Start direkt in Kanada
Strecke Vancouver bis Seward oder Whittier etwa 7 Nächte Inside Passage plus Golf von Alaska, ideal mit Landreise
Kombination Kreuzfahrt und Landreise 10 bis 14 Tage Schiff plus Bahn oder Bus ins Landesinnere, etwa zum Denali-Nationalpark

Seward und Whittier liegen auf der Kenai-Halbinsel in der Nähe von Anchorage. Wer dort aus- oder einsteigt, fliegt meist über Anchorage zurück oder an. Diese Strecken erlauben den Besuch von Gletschern im Golf von Alaska und eine Verlängerung an Land.

Die wichtigsten Häfen

Hafen Lage Typische Erlebnisse
Ketchikan Süden der Inside Passage Creek Street auf Holzstegen, Totempfähle, Wasserflugzeug-Rundflüge
Juneau Hauptstadt Alaskas, ohne Straßenverbindung ins übrige Land Mendenhall-Gletscher, Walbeobachtung, Seilbahn auf den Mount Roberts
Skagway Norden der Inside Passage Goldrausch-Geschichte, historische Bahnstrecke über den White Pass
Sitka an der offenen Pazifikküste russisches Erbe, Wildtier-Ausflüge
Icy Strait Point bei Hoonah Walbeobachtung, Kultur der Tlingit
Victoria Vancouver Island, Kanada britisch geprägte Hauptstadt von British Columbia, Gärten

Juneau ist eine Besonderheit: Die Hauptstadt eines US-Bundesstaates erreichen Sie nur per Schiff oder Flugzeug. In Skagway beginnt der Weg der Goldsucher, die Ende des 19. Jahrhunderts zum Klondike zogen. Die historische Bahn über den White Pass folgt dieser Route und gehört zu den beliebtesten Ausflügen der ganzen Reise.

Gletscher: der Höhepunkt der Reise

Fast jede Alaska-Kreuzfahrt enthält einen Tag, an dem das Schiff langsam vor einen Gletscher fährt. Mit Glück sehen Sie, wie Eis abbricht und ins Wasser stürzt. Die häufigsten Ziele:

  • Glacier Bay: Der Nationalpark gehört zum UNESCO-Welterbe. Die Zahl der Schiffe, die hineinfahren dürfen, ist begrenzt, deshalb hat nicht jede Reise die Glacier Bay im Programm. Ranger kommen an Bord und erklären Landschaft und Tierwelt.
  • Hubbard Glacier: einer der größten Gletscher Nordamerikas, der in die Disenchantment Bay mündet.
  • Tracy Arm und Endicott Arm: enge Fjorde südlich von Juneau, die bei Eis nicht immer bis zum Ende befahren werden können.
  • College Fjord: im Prince William Sound, oft auf Strecken nach Whittier.

Welcher Gletscher angefahren wird, hängt von Reederei, Genehmigungen und den Eisverhältnissen am Tag selbst ab. Wenn Ihnen die Glacier Bay wichtig ist, prüfen Sie den Routenplan vor der Buchung.

Beste Monate im Vergleich

Monat Wetter und Licht Besonderheiten
Mai kühl, oft trockener, viel Schnee auf den Bergen Saisonstart, ruhigere Häfen
Juni mild, sehr lange Tage beliebte Reisezeit, gute Chancen auf Wale
Juli wärmster Monat, viel Betrieb Hauptsaison, Lachswanderungen beginnen
August warm, zunehmend Regen Lachse in den Flüssen, Bären an den Bächen
September kühler, mehr Regen, kürzere Tage Saisonende, weniger Gäste, Herbstfarben

Südostalaska ist eine der regenreichsten Regionen Nordamerikas. Ketchikan gilt als besonders nass. Regen gehört auf einer Alaska-Reise dazu, selbst im Hochsommer. Die langen Tage im Juni und Juli haben den Vorteil, dass Sie auch abends noch Landschaft vom Deck aus sehen.

Tiere beobachten: Was Sie sehen können

Für viele Reisende sind die Tiere der eigentliche Grund für Alaska. Garantien gibt es nicht, die Chancen sind aber gut:

  • Buckelwale halten sich im Sommer in den Gewässern Südostalaskas auf, besonders rund um Juneau und in der Icy Strait. Auch vom Schiff aus sind sie oft zu sehen.
  • Orcas ziehen in Gruppen durch die Inside Passage. Sie lassen sich schwerer vorhersagen als Buckelwale.
  • Weißkopfseeadler sitzen in fast jedem Hafen auf Bäumen und Laternen.
  • Seelöwen, Robben und Seeotter liegen auf Felsen und Eisschollen, Robben oft in der Nähe der Gletscher.
  • Bären sehen Sie am ehesten auf Ausflügen zu Lachsflüssen im Spätsommer, manchmal auch vom Schiff aus am Ufer.

Ein Fernglas lohnt sich mehr als ein großes Teleobjektiv. Auf vielen Schiffen geben Naturkundlerinnen oder Ranger Hinweise, wann und wo die Chancen am besten sind. Halten Sie bei Ausflügen Abstand zu Wildtieren und folgen Sie den Anweisungen der Guides, besonders in Bärengebieten.

Einreise: Pass, ESTA und eTA

Eine Alaska-Kreuzfahrt berührt fast immer die USA und Kanada. Deutsche Staatsangehörige brauchen deshalb einen Reisepass. Für die USA ist in der Regel eine elektronische Reisegenehmigung ESTA nötig, für einen Flug nach Kanada zusätzlich die kanadische eTA. Beide Genehmigungen beantragen Sie vorab online über die offiziellen Seiten der beiden Länder. Vorsicht vor Vermittlungsseiten, die dafür hohe Aufschläge verlangen.

Bei einer Rundreise ab Seattle schreibt US-Recht vor, dass ausländisch geflaggte Schiffe zwischen zwei US-Häfen einen ausländischen Hafen anlaufen. Deshalb steht auf diesen Routen fast immer Victoria oder ein anderer kanadischer Hafen im Plan. Verbindliche Angaben zu den Einreisebestimmungen finden Sie beim Auswärtigen Amt und in den Unterlagen Ihrer Reederei.

Kleidung und Gepäck

Das Wetter wechselt schnell, und am Gletscher ist es deutlich kälter als in der Stadt. Bewährt hat sich:

  • wasserdichte, atmungsaktive Jacke mit Kapuze
  • Fleece oder Wollpullover zum Drüberziehen
  • Mütze und leichte Handschuhe für den Gletschertag an Deck
  • feste, wasserfeste Schuhe für Wanderungen und nasse Stege
  • Fernglas für Wale und Adler
  • Mückenschutz für Ausflüge in Wald und Feuchtgebiete

Auf den meisten Schiffen ist die Atmosphäre auf Alaska-Routen eher leger. Die Bordsprache ist bei vielen Reedereien Englisch.

Ausflüge: selbst organisieren oder über die Reederei?

In Ketchikan, Juneau und Skagway liegen die Schiffe meist zentral, die Orte erkunden Sie gut zu Fuß. Für Walbeobachtung, Gletscherwanderungen, Wasserflugzeuge oder Hubschrauberflüge sind Sie auf Veranstalter angewiesen. Die Flüge sind wetterabhängig und werden bei schlechter Sicht abgesagt. Planen Sie wichtige Ausflüge nicht auf den letzten Tag in Alaska, damit ein Ersatztermin möglich bleibt.

Welche Reedereien nach Alaska fahren

Alaska ist ein Schwerpunkt der amerikanischen Reedereien. Regelmäßig dabei sind unter anderem Princess Cruises, Holland America Line, Royal Caribbean, Celebrity und Norwegian Cruise Line, dazu Luxus- und Expeditionsreedereien mit kleineren Schiffen. Deutschsprachige Reedereien haben Alaska nur gelegentlich im Programm. Wie sich die Reedereien in Atmosphäre und Bordsprache unterscheiden, zeigt der Reedereien-Vergleich.

Für wen sich Alaska eignet

Alaska passt zu Reisenden, die Natur und Tiere suchen und mit kühlem, wechselhaftem Wetter leben können. Wer Fjorde lieber ohne Langstreckenflug erleben möchte, findet in Norwegen eine Alternative ab deutschen Häfen. Alle Fahrgebiete mit Saison und Häfen stehen unter Kreuzfahrtgebiete.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Wann ist die beste Reisezeit für eine Alaska-Kreuzfahrt?

Juni, Juli und August sind die wärmsten Monate mit sehr langen Tagen und dem größten Ausflugsangebot. Mai ist oft trockener und ruhiger, die Berge tragen noch mehr Schnee. Im September werden die Tage kürzer und es regnet häufiger, dafür sind die Schiffe weniger voll. Wale sehen Sie in der gesamten Saison mit guten Chancen.

Seattle oder Vancouver: Wo sollte die Alaska-Kreuzfahrt starten?

Beide Häfen bieten Rundreisen von etwa einer Woche durch die Inside Passage. Ab Seattle muss die Route aufgrund von US-Recht einen ausländischen Hafen enthalten, meist Victoria in Kanada. Ab Vancouver beginnen zusätzlich viele Reisen in eine Richtung nach Seward oder Whittier am Golf von Alaska, die sich mit einer Landreise kombinieren lassen.

Welche Dokumente brauche ich für eine Alaska-Kreuzfahrt?

Deutsche Staatsangehörige brauchen einen Reisepass. Für die Einreise in die USA ist in der Regel eine ESTA nötig, bei einem Flug nach Kanada zusätzlich eine kanadische eTA. Welche Genehmigungen für Ihre Route gelten, steht in den Unterlagen der Reederei. Verbindlich sind die Hinweise des Auswärtigen Amts.

Ist eine Alaska-Kreuzfahrt kalt?

Im Sommer ist es an der Küste meist mild, aber selten heiß. In der Nähe der Gletscher und auf dem offenen Deck wird es deutlich kühler, und in Südostalaska regnet es häufig. Packen Sie Kleidung im Zwiebelprinzip, eine wasserdichte Jacke, Mütze und Handschuhe für die Gletscherfahrten.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie der Redaktion.